Gründungsjahre & Kriegszeit
(1921 bis 1945)
Gründung der Feuerwehr – 21. September 1921
In der Gastwirtschaft „Zum Grünen Baum“ in der Salzstraße 164 wurde am 21.09.1921 die Feuerwehr Liebschwitz gegründet. Als Kommandant wurde Paul Uhlemann gewählt, Geschäftsführer wurde Franz Pukalowski. Die Scheune der ehemaligen Brauerei, in welcher noch bis 2005 das Gerätehaus untergebracht war, wurde als Standort gewählt.
Geschäftsführer Franz Pukalowski betonte damals: „Die Freiwillige Feuerwehr ist keine Spielerei, sondern eine lebensnotwendige Einrichtung freier Menschen, eine ihm sozialsten Einrichtungen“
Auch damals alt die Devise: „Gemeinsam Üben – gemeinsam Feiern oder wie spitze Zungen behaupteten: Gemeinsam Löschen von außen und innen“
Gründung der Feuerwehrkapelle – 1927
Die Feuerwehrkapelle unter der Leitung des Kapellmeisters Alfred Schellenberg spielt zu allen festlichen Anlässen der Wehr, im Ort und bei vielen Auftritten in der Umgebung.
Die Instrumente waren meistens so verteilt:
Trompete: Alfred Schellenberg, Max Poser, Paul Uhlemann, Willy Piehler (Zamba)
Klarinette: Kurt Thum, Ernst Busch, Wilhelm Bauch
Tenorhörner: Eduard Oettler, Franz Sittig, Richard Albert, Richard Zimmermann, Kurt Pufe
Althörner: Erwin Funke, Otto Hoffmann, Kurt Graupner, Kurt Wunderlich
Posaune: Gustav Sommerfeld
Tuba : Hermann Reichardt
Große und Kleine Trommel: Karl Hoffmann, Werner Heuschkel, Alfred Prietsch
Neustrukturierung des Löschwesens – 1931
Liebschwitz wurde mit Neutaubenpreskeln verbunden und erhielt automatische Alarmsirenen. Die Feuerwehr erhielt eine 4-Takt-Motorspritze mit 26 PS der Fa. Flader (Modell „Siegerin“) mit einer Leistung von 800 Litern pro Minute und 26 atü. Dann wurde ein Kraftwagen angekauft und zum Feuerwehrauto ausgebaut. Dieser war mit 9 Kameraden besetzt und konnte die Motorspritze und den Schlauchwagen auch den Niebraer Berg hinaufziehen.
Schließlich verfügte die Wehr in den 30er Jahren über 2 Kraftwagen, eine 1.000 Liter und eine 800 Liter Motorspritze, eine Handdruckspritze, mechanische Schiebeleiter, Schlauchwagen und rund 1.000 Meter Schlauch und vielen anderen mehr. Damit hatte der große Ausbau der Wehr schon einen gewissen Abschluss erreicht, was die Mitglieder damals mit Stolz erfüllte.
PIanmäßige Übungen an schwierigen Gebäuden und Nachtübungen ließen bald alle Handgriffe und die Angriffstechnik beherrschen. Das gute Abschneiden der Liebschwitzer bei Haupt- und Bezirksübungen wurde bald bekannt.
Nach der 10jährigen Leitung der Freiwilligen Feuerwehr Liebschwitz durch den schon erwähnten Paul Uhlemann wurde 1931 Hermann Reichardt zum Kommandanten gewählt. Neben seiner Arbeit als Ortsbrandmeister wurde er Bezirksbrandmeister für 25 Ortschaften und schließlich zum stellvertretenden Kreisbranddirektor berufen. Er trug dazu bei, dass in der weiteren Umgebung und den amtlichen Stellen des Feuerschutzes unsere Liebschwitzer Wehr einen besonders guten Ruf hatte.
So wurde Liebschwitz, ohne Übertreibung, zur Hochburg des Feuerlöschwesens.
Die FFW Taubenpreskeln wird gegründet und erhielt eine Motorspritze mit 15 PS.
Gruppenbild ca. 1935

Der zweite Weltkrieg – 1939 bis 1945
Mit dem Jahr 1939, dem Beginn des grauenvollen faschistischen Raubkrieges, zogen dunkle Schatten auch über unsere Heimat.
Die jungen zum Kriegsdienst einberufenen Männer entbehrend, bestand die Wehr aus den Alten, aus Jugendlichen und der Frauengruppe unter Leitung von Elsbeth Petzold (verheiratet Grammatik) und Gretl Winefeld.
Bei Feuerwehrbereitschaftsdiensten fand am 8. April der Kamerad Kurt Thum durch eine Tieffliegerbombe in Münchenbernsdorf den Tod.
Endlich – am 13. April 1945 war für uns der schreckliche, opferreiche Krieg zu Ende. Er hatte auch von unserer Wehr einen schmerzlichen Tribut gefordert. Die Kameraden Richard Albert, Adam Schwanott, Herbert Zorn und Kurt Wunderlich blieben als Gefallene auf den Schlachtfeldern.



