Unsere Feuerwehr in der DDR
(1945 bis 1990)
Nachkriegsjahre – 1945 bis 1963
Nach 1945 war Kurt Müller einige Jahre Ortsbrandmeister. Bis zur Eingemeindung 1951, zur Stadt Gera, leitete der Kamerad Richard Krimmling unsere Wehr.
Im Herbst 1949 wurde unter der Leitung von Hans Lippold ein Löschaktiv der FDJ gebildet.
Folgende Liebschwitzer (damalige) Jugendliche sollen hier erwähnt werden:
Karl-Heinz Petzold, Ernst Ziegler, Heinz Albert, Dieter Bilke, Günter Prietsch, Werner Tietz, Alfred Müller, Josef Rittirsch.
Dabei soll nicht unerwähnt bleiben, dass ein ganzer Teil der „Alten“ den Weg zurück in die Wehr fand und nun einen guten Kern darstellte. Das waren u. a. die Kameraden Otto Piehler, Richard Krimmling, Willy Müller, Max Paschke, Alfred Kanis, Wilhelm und Walter Klüger, Otto Stöckel, Willi Hartmann, Alfred Wittig, Rudolf Zwicker, Fritz Timmel, Alfred Prietsch, Erich Bernhard und Fritz Zipfel.
Der alte Praktiker Otto Piehler war ihr Gruppenführer.
Ernste Brandfälle sind in diesen Jahren nicht zu nennen, außer einigen Kohlebrände. Mussten die Einwohner von Liebschwitz die Hilfe einer freiwilligen Ortswehr bei der furchtbaren Elsterhochwasserkatastrophe im Sommer 1954 vermissen, so erforderte die Sturmkatastrophe am 01. August 1958 den ersten Einsatz der neuen Wehr – es war im übertragenen Sinne die „Feuertaufe“. Die Hochwasser 1958, 1959 und 1961 sahen die Katastrophengruppe im Einsatz gegen die entfesselten Naturgewalten.
Neue Leitung der Liebschwitzer Feuerwehr – 1964
1964 wurde eine neue Wehrleitung geschaffen. Sie bestand damals aus den Kameraden:
Manfred Kneisel – Wehrleiter
Lothar Winefeld – stellvertretender Wehrleiter
Klaus Timmel/Max Paschke – Verantwortliche für vorbeugenden Brandschutz
Diesen Kameraden kann eine hohe Einsatzbereitschaft zu jeder Zeit und ein gutes Verantwortungsbewusstsein bestätigt werden. Der Kamerad Manfred Kneisel bewies dazu ein sehr gutes Organisationstalent, dem zur Folge in kurzer Zeit ein guter Zustand der Freiwilligen Feuerwehr Liebschwitz erreicht wurde.
Der Kamerad Lothar Winefeld erwarb sich große Verdienste in der Ausbildung und Schulung, so daß die Wehr seit 1964 durch kontinuierliche Ausbildung und Schulung auf einen hohen Ausbildungsstandard gebracht und ständig einsatzbereit gehalten wurde.
Schon damals hatte die Freiwillige Feuerwehr Liebschwitz drei Frauen – Martha Zimmermann, Ingrid Meier und Franziska Frenzel, die sich Achtung und Anerkennung ihrer männlichen Kameraden erwarben.
Hochwasser in Liebschwitz – 03. & 04. Mai 1969
Den meisten Liebschwitzern ist das Hochwasser am 3. und 4. Mai 1969 in Erinnerung. Schwere Wolkenbrüche ließen die Wipse, den Iltisgrund und den Röppischer Bach zur vernichtenden Flut anschwellen.
Als am 03.05. gegen 18.00 Uhr die Sirene Alarm rief, begann für 27 unserer Kameraden und Kameradinnen ein aufopferungsvoller Tag- und Nachteinsatz. Über 800 Stunden wurden geleistet, manche Kameraden blieben in der Nacht auf ihren Posten. Diese gute Einsatzbereitschaft würdigt eine Belobigungsurkunde vom Oberbürgermeister und der Kreiskatastrophenkommission.
Übergabe eines neuen Löschfahrzeuges
– 09. November 1969
Den Höhepunkt der guten Arbeit der vergangenen 10 Jahre bildete der 9. November 1969, an dem anlässlich des 20. Jahrestages der ehemaligen DDR die hohe Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehr Liebschwitz auf besondere Weise gewürdigt wurde. An die Wehr wurde vom damaligen Rat der Stadt Gera ein Löschfahrzeug vom Typ L0 (LF 8/TS8-STA) mit Schlauchtransportanhänger übergeben.
Somit verfügte die Wehr insgesamt über ca. 1.200 Meter Schlauchlange, ein wichtiges Kriterium ihrer Einsatzkraft. Dazu kommt, dass unsere bisherige Ausrüstung, die TS 8 mit TSA beibehalten wurde.
Einweihung des „Keller 25“ – 05. Oktober 1974
Versammlungen und Schulungen der Freiwilligen Feuerwehr fanden bis Anfang der siebziger Jahre meistens in der Gaststätte „Apfelweinschänke“ oder im Sportlerheim statt.
Im Rahmen des „Mach mit!“ -Wettbewerbes wurde 1971 in 1.700 Arbeitsstunden an Wochenenden und nach Feierabend ein ungenutzter Keller unter dem Gerätehaus von den Liebschwitzer Feuerwehrleuten in einen Schulungs- und Versammlungsraum umgebaut.
Am 05. Oktober 1974 wurde der Keller zu Ehren des 25. Jahrestages der ehemaligen DDR feierlich übergeben. Seitdem trägt er den Namen „Keller 25„.
Im Stadt- und Landkreis Gera bestanden 1974 68 örtliche Freiwillige Feuerwehren mit 2.914 Angehörigen.
Bau der Schutzhütte – 1976
1976 haben durchschnittlich 15 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Liebschwitz an 5 Wochenendeinsätzen – unterstützt von vielen Helfern – auf dem Zoitzberg eine Schutzhütte von 4 x 3 m aufgebaut.
Hierzu war es auch nötig, eine Stützmauer aus Natursteinen zu errichten, sowie Fundamente zu gießen.
Unterstützung erhielt die Feuerwehr vom damaligen Kreisbetrieb für Landtechnik, dem Baugeschäft Kneisel, der Glaserei Haubenreißer, der Zimmerei Schlegel sowie der Tischlerei Reichardt.
Großbrand im SGB Möbel- und Kulturwaren/ Sportartikel
– 07. November 1978
Einer der größten Brände der siebziger Jahre, zu dem auch die Liebschwitzer Feuerwehr gerufen wurde, war der Großbrand am 07.11.1978 im SGB Möbel- und Kulturwaren/Sportartikel in der Leibnizstraße 49.
Auch im Rahmen der Zivilverteidigung der Stadt Gera war von Liebschwitz immer eine Gruppe abrufbereit. In mehreren Übungen – manchmal über mehrere Tage – wurde die Handlungsfähigkeit gefestigt.
Hochwasser in Gera – 10. August 1981
Am 10.08.1981 rückte die Betriebsfeuerwehr des ehemaligen Kreisbetriebes für Landtechnik Gera-Liebschwitz mit dem Löschfahrzeug der FFW Liebschwitz aus. Es ging für einige Tage nach Milbitz und Rubitz zum Hochwassereinsatz, über das damals in allen Medien berichtet wurde.
Neue Leitung der Liebschwitzer Feuerwehr – Herbst 1981
Im Herbst 1981 übernahm Kamerad Jochem Küster die Leitung der Wehr. Er war zu diesem Zeitpunkt schon über 20 Jahre in der Liebschwitzer Feuerwehr – vorwiegend als Maschinist – tätig. Die damalige Wehrleitung bestand aus:
Jochem Küster – Wehrleiter
Heinz Albert – stv. Wehrleiter
Eberhard Genschel / Klaus Timmel – vorbeugender Brandschutz
Jürgen Ziemer – Techniker
Kamerad Klaus Timmel war außerdem auch Mitglied der Wirkungsbereichsleitung Süd.
Vorbeugender Brandschutz wurde in den nächsten Jahren großgeschrieben. Etliche Brandschutzkontrollen wurden im Ort und in Gera in Wohnungen und an Gebäuden von der Freiwilligen Feuerwehr Liebschwitz unternommen.
Großbrand in der Zoitzstraße – 27. Oktober 1982

Großbrand in Liebschwitz, Produktionsstätte 12 der Thüringer Teppich Werke, Zoitzstraße 3
Jährliches Ausbildungslager – seit 1982
Ab 1982 wurde jährlich ein Ausbildungslager über mehrere Tage in der Touristenstation Liebschwitz durchgeführt. Zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr Taubenpreskeln und der Betriebsfeuerwehr der „Nagema“ konnte der Ausbildungsstand erweitert und gefestigt werden. Jeweils an einem Abend gab Sanitätsrat Dr. med. Wolfgang Hennig – Praktischer Arzt in Liebschwitz – Erläuterungen zur Ersten Hilfe für Einsätze der Feuerwehr. Mehrere Übungen an Großobjekten in Liebschwitz und im Umkreis sowie in Gera bildeten jeweils den Abschluss der einzelnen Ausbildungstage.
Der gesellige Teil ist bei diesen Ausbildungslagern natürlich nicht zu kurz gekommen.
Zentrale Sirenenalarmierung – ab 1986
Von 1986 an wurden die Sirenen von Liebschwitz direkt von dem Kommando Feuerwehr in Gera geschalten.
Bis dahin gingen die Alarmierungen telefonisch bei den Kameraden Kneisel, Pitschel und Steinbrück ein, die dann so schnell wie möglich die Sirene drückten.
Großbrand Minoltanklager Gera-Zwötzen – 22. August 1988
Als am 22.08.1988, gegen 17.00 Uhr, die Sirene in Liebschwitz ertönte, wusste noch keiner von den Einsatzkräften, dass das einer ihrer gefährlichsten Einsätze werden sollte.
„Großbrand Minoltanklager Gera-Zwötzen am Ostbahnhof“
wurde gemeldet.
Die Freiwillige Feuerwehr Liebschwitz kam als zweite Wehr – nach den Kräften der Berufsfeuerwehr – am Einsatzort an. Die Abfüllstation für Tanklastzüge brannte in voller Ausdehnung. Unter ihr waren tausende Liter Benzin und Diesel in unterirdischen Tanks, worauf die Feuerwehrleute standen, um die Station zu löschen. Alle Feuerwehren von Gera kamen dort zum Einsatz. Auf dem Ostbahnhof standen hunderte Schaulustige. Erst nach dem Einsatz kamen wir zur Besinnung. Dieser Einsatz hätte ein „Flammendes Inferno“ werden können.
Bei einer Feierstunde wurden die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Liebschwitz mit einer Prämie von 1.000 Mark und der Verdienstmedaille der DDR in Silber für diesen Einsatz gewürdigt.

Heinz Meier wird Wehrleiter – 1988
Ende 1988 wurde Kamerad Heinz Meier Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Liebschwitz, in der er vorher schon einige Jahre als Gruppenführer und Maschinist arbeitete.
Feuerwehr setzt Maibaum bei Wohnbezirksfest – bis Ende der 80er Jahre
Bis Ende der 80er Jahre setzte die Freiwillige Feuerwehr Liebschwitz beim jährlichen Wohnbezirksfest den Maibaum. Seit 1987 wird das „Maibaumsetzen“, bis heute, in eigener Regie durchgeführt.




